Hilfe durch die Traditionelle Chinesische Medizin

Die Akupunktur ist eine sehr alte Therapieform der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Traditionelle Chinesische Medizin ist ein über Jahrtausende entstandenes, ganzheitliches und umfangreiches Therapie-System. Die TCM beruht auf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Menschen. Ziel der TCM ist es, die Selbstheilungskraft des Körpers zu fördern, indem sie nicht nur den Körper selbst, sondern auch die Gefühle, das Denken und das Bewusstsein des Menschen in die Heilung mit einbezieht.

Was ist Akupunktur?

Die Akupunktur stellt die am weitesten verbreitete Therapieform der TCM dar. Die Anfänge liegen über 2000 Jahre zurück. Der Name setzt sich zusammen aus den lateinischen Wörtern acus (Nadel) sowie pungere (stechen) und bedeutet nichts anderes als Therapie mit Nadeln. Im Chinesischen wird sie Zhen Jiu (=Stechen und Brennen) genannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Akupunktur-Behandlung für eine Vielzahl von Erkrankungen, wobei es unterschiedliche Behandlungsformen gibt. Bei Patienten jeden Alters, auch bei Babys und Kleinkindern kann das Prinzip der Akupunktur, z.B. in Form einer Massage der Akupunkturpunkte angewendet werden.

Wie verläuft die Behandlung?

Bei der Akupunktur werden zwischen einer und 20 sterilen Einmalnadeln – grundsätzlich so wenige wie möglich – gesetzt. Eine Sitzung dauert - je nach Art der Anwendung – im Allgemeinen 20 bis 30 Minuten. Eine Behandlungsserie besteht  aus 5 bis 20 Sitzungen und ist abhängig vom Alter, Ernährungs- und Allgemeinzustand des Patienten bzw. der Patientin und wie er bzw. sie auf die Behandlung anspricht. Ein weiterer Faktor ist die Dauer der Beschwerden. Je länger die Erkrankung schon besteht, desto mehr Zeit wird nötig sein, um die gewünschten Resultate zu erzielen. Meist ist nach etwa 5 bis 6 Sitzungen die Länge der Behandlungsserie abzusehen.

Das Stechen der Nadeln, das den Körper zur Ausschüttung von körpereigenen Glückshormonen (Endorphine) anregen kann, erfolgt weitestgehend schmerzfrei. Der Therapeut wird jedoch darauf achten, dass bei korrektem Sitz der Nadeln ein dumpfes ziehendes Gefühl (De Qi) entsteht. Störende oder unerwünschte Nebenwirkungen sind bei sachgemäßer Handhabung der Akupunktur sehr selten. Eine Erstreaktion mit einer kurz andauernden Verstärkung der Symptome, ähnlich wie bei der Homoöpathie, kann durchaus vorkommen. Ebenfalls treten gelegentlich Kreislaufreaktionen während einer Behandlung und leichte Blutergüsse auf.

Indikationen

Die Akupunktur in ihren verschiedenen Formen kann bei vielen Krankheitsbildern angewendet werden.

Bewegungssystem, akute und chronische Schmerzen

  • Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Schmerzen des Kau- und Zahnsystems
  • Sehnen- und Gelenkerkrankungen, Arthroseschmerzen
  • Nachbehandlung von Hüft-, Knie- und Bandscheibenoperationen
  • Karpaltunnel-Syndrom

Neurologie

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Neuralgien, periphere (Poly)Neuropathien
  • Trigeminusneuralgie
  • Facialisparese (Gesichtslähmung)
  • Mitbehandlung bei Lähmungen nach Schlaganfall
  • Schmerzen bei Gürtelrose (Zoster)
  • neurogene Blasendysfunktion
  • Interkostalneuralgie
  • Enuresis nocturna (Bettnässen bei Kindern)

Vegetatives Nervensystem

  • Schlaflosigkeit
  • Erschöpfungssyndrom
  • funktionelle Herzbeschwerden
  • innere Unruhe
  • Blutdruckschwankungen
  • sexuelle Disharmonie, Libidostörungen

Atemwege

  • allergisches Asthma bronchiale
  • Heuschnupfen
  • Bronchitis
  • gehäuft auftretende Erkältungskrankheiten

Verdauungssystem

  • funktionelle Magen-Darm-Störung
  • Magengeschwüre, Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Reizdarmsyndrom mit Verstopfung oder Durchfall

Hals-Nase-Ohren

  • Sinusitis (Nasennebenhöhlen-Entzündung), Rhinitis
  • Tonsillitis (Mandelentzündung), Pharyngitis (Rachenentzündung)
  • akute Erkältungskrankheiten
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Hörsturz, Tinnitus
  • Schwindel

Augen

  • Glaukom (Grüner Star)
  • Trockenes-Auge-Syndrom
  • Myopie bei Kindern
  • Katarakt (Grauer Star)
  • Zentrale Retinitis
  • Akute Konjunktivitis (Bindehautentzündung)

Haut

  • Neurodermitis, Ekzeme
  • Akne
  • schlecht heilende Wunden
  • Herpes labialis und genitalis

Gynäkologie

  • Menstruationsstörungen und -schmerzen
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Endometriose (Wucherung der Gebärmutterschleimhaut)
  • Mastopathie (gutartige Veränderungen des Brustdrüsengewebes)
  • Wechseljahresbeschwerden (Klimaxbeschwerden)

Postoperative Situationen

  • Förderung der Wundheilung
  • Vorbeugen von Entzündungen
  • abschwellende, schmerzlindernde, lymphflussanregende Wirkung

Formen der Akupunktur

Körperakupunktur

Bei der bekanntesten Form der Akupunktur werden bestimmte Punkte entlang der Meridiane mit hauchdünnen Nadeln behandelt. Durch die gezielten Nadelreize an der Haut können Blockaden im Energiefluss gelöst und das natürliche Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Neben der klassischen Körperakupunktur gibt es auch Sonderformen wie die Ohr-, Mund-, Hand- und Schädelakupunktur. Die Ohr- bzw. Kopfoberfläche bilden dabei eine Reflexzone, auf der alle Organe des Körpers repräsentiert sind. Die Stimulierung dieser Reflexzonen kann Funktionsstörungen des gesamten Organismus beheben.

Moxibustion

Dies ist eine spezielle Wärmebehandlung der Akupunkturpunkte mit Moxa (getrocknete, feine Beifußfasern), die meistens unterstützend zur Körperakupunktur eingesetzt wird.

Schröpfglasbehandlung

Mit Hilfe einer auf die Haut aufgesetzten Glasglocke wird durch Unterdruck Blut in die Haut gesogen. Vor allem bei muskulären Verspannungen wird eine deutliche und langanhaltende Linderung erreicht. Zudem können durch die Schröpfglasbehandlung die inneren Organe, sowie Herz, Leber, Nieren, Magen etc. positiv beeinflusst werden.

Laserakupunktur

Statt mit Nadeln werden die Akupunkturpunkte völlig schmerzlos, mit einem Softlaserstrahl stimuliert. Diese Form eignet sich insbesondere für Patienten mit Nadelphobie, für Kinder, bei empfindlichen Körperregionen oder für sehr schwache Patienten.

Stoßwellenakupunktur

Mithilfe der starken Schalldruckimpulse der Stoßwellentherapie können gerade tieferliegende Akupunkturpunkte, z. B. im Lenden-Becken-Bereich, besser erreicht werden als mit Nadeln. Ein weiterer positiver Aspekt: die Stoßwellenakupunktur arbeitet nicht-invasiv, d. h. es gibt keinerlei Mikroverletzungen wie bspw. durch Nadelstiche.

Triggerpunktakupunktur

Triggerpunkte sind lokal begrenzte und dauerhafte Verhärtungen in der Muskulatur, im Gewebe oder an den Sehnen, die durch die Behandlung gelöst werden. Mittlerweile hat die Forschung herausgefunden, dass etwa 70 % der (durch die Stoßwellentherapie bekannten) sogenannten Triggerpunkte mit den Akupunkturpunkten übereinstimmen, sodass auch die Reiztherapie mit Nadeln erfolgen kann.

Reflexzonentherapie

An den Füßen und Händen befinden sich Areale, die in Beziehung zu anderen Körperregionen und Organen stehen. Werden diese Reflexzonen z. B. durch Massage stimuliert, wird in erster Linie die Selbstheilung aktiviert.

Koreanische Su-Jok-Akupunktur

Ende der 1980er Jahren wurde diese Methode von dem koreanischen Professor Park Jae Woo entwickelt und vereint verschiedene Akupunkturmethoden aus dem naturheilkundlichen und schulmedizinischen Bereich. Su bedeutet Hand, Jok bedeutet Fuß; dementsprechend werden nur dort befindliche Akupunkturpunkte mit speziellen Akupunkturnadeln, Moxa oder Akupressur behandelt.

Ohrakupunktur

Bei dieser Variante erfolgt die Stimulation ergänzend oder alternativ zur Körperakupunktur an Punkten, die mit den Organen verbunden sind. Auch zur Verbesserung seelischer Erkrankungen eignet sich diese Form der Akupunktur.

Schädelakupunktur nach Yamamoto

Ausschließlich im Kopfbereich werden die Nadeln gesetzt. Welche Punkte für die jeweilige Erkrankung genadelt werden müssen, wird von der Ärztin im Vorfeld durch eine spezielle Diagnostik ermittelt.

 

Bei komplexen Erkrankungen empfehlen wir ein umfangreiches Erstgespräch, um Ihnen danach ein auf Ihre Erkrankung speziell entwickeltes Therapiekonzept anbieten zu können. 

Die Kosten für diese privatärztlichen Leistungen klären wir selbstverständlich vor der Behandlung mit Ihnen ab.

 

Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne.

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